Alois Huber

*09.12.1920 - †22.08.1992

Traunstein


4-facher Deutscher Vizemeister
im Motorradrennsport

Dieser Bericht soll in wenigen Worten die ungewöhnliche Karriere eines Bayern nachvollziehen, der am 9.Dezember 2008 88 Jahre alt geworden wäre und dessen Name, erstaunlicherweise, selbst unter eingefleischten Experten viel zu schnell in Vergessenheit geraten war. Dabei war er "zu seiner Zeit" in den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts praktisch eine Institution im oberbayrischen Traunstein.

Der Karrierebeginn von "Loisl", so die Koseform in Bayern von Alois, war 1949. Damit ist eine solche Rennfahrerlaufbahn nicht mehr mit den Karrieren der heutigen Zeit vergleichbar. So war Alois Huber noch als Soldat im zweiten Weltkrieg und geriet nach Kriegsende in englische Gefangenschaft. Da der Motorsport ihn immer interessierte, nahm er ab 1949, bereits über 28-jährig, zu erst und erfolgreich an Geschicklichkeitsfahrten in seiner Heimat teil (Foto oben rechts). Doch das stellte ihn bald nicht mehr zufrieden und er legte sich erst eine Rudge und später zwei verschiedene Norton-Rennmaschinen zu. Nach vielen Erfolgen bei den damals noch zahlreichen Rennen in seiner Umgebung erhielt er für 1952 die nationale Lizenz mit seinen Nortons. Dabei blieb er der Klasse bis 500 ccm treu.

Mit der nationalen Lizenz in der Tasche kämpfte er nun gegen Fahrer anderen Kalibers als jene Konkurrenten aus seiner bayrischen Heimat. Die Gegner hießen nun Karl Rührschneck (noch bekannt aus der Vorkriegszeit), Rudi Knees und Toni Schmitz, zum Beispiel, sowie eine Vielzahl englischer Privatfahrer. Der Durchbruch zur Spitze und damit verbunden in die Elite der Privatfahrer kam 1956. Er hatte auf eine BMW RS gewechselt und war damit voll konkurrenzfähig. Allerdings hatten sich jetzt die Namen der Gegner verändert, die da nun hießen: Riedelbauch, Hiller, John, etc., welche allesamt auf BMW gewechselt waren. Unter der Privatfahrerelite gab es jetzt Podestplätze, wie das Foto links 1957 vom Sachsenring zeigt, als er hinter dem "Regenspezialist" aus Österreich, Gerold Klinger, einen glänzenden zweiten Platz erzielte, vor dem Irländer Bob Matthews.
Neben seinem Können war besonders die Konstanz frappierend, mit der er über Jahre hinweg unterwegs war. 1956 wurde Alois Huber Deutscher Vizemeister in der Halbliterklasse und diesen Erfolg wiederholte er noch drei mal: 1958 und 1959 hinter dem ebenfalls sehr präzise fahrenden Ernst Hiller und 1960 hinter Rudolf Gläser aus Braunschweig. Dabei stand der Traunsteiner 1959 ganz kurz vor dem Titelgewinn. Dieses große Ziel vor Augen, übertrieb er es für einmal am Freiburger Bergrekord und stürzte. Die Meisterschaft war wieder einmal weg, aber was vie schlimmer war, der Sturz hätte ihm beinahe sein Leben gekostet. Eine Krankenschwester behandelte ihm gerade, als ein Rennwagen eben genau an der Stelle seines Unfalls ins Schleutern kam und genau in Richtung des an einen Baum gelehnten Alois Huber raste und diesen schwer verletzte. Durch die Presse ging schon die Geschichte des tragisch verglückten Bayern. Die Ärzte aber in der Freiburger Uniklinik retteten sein Leben. Zwar reichte es, wie schon erwähnt, auch 1960 nochmals für den Vizetitel, aber der "Loisl" merkte, für ihn kam das Ende seiner Karriere immer näher. 1962 war es dann so weit, er hängte seine Kombi an den berühmten Nagel und war fortan in seinen Mechanikerberuf tätig. Einmal gefragt, was er denn privat für ein Motorrad fahren würde, antwortete er nur kurz: ein kleines Moped, denn ich will ja auf der Strecke schnell sein und nicht auf der Straße. Das war ihm ja auch, wie seine Erfolge aufzeigen, durchaus gelungen...

Mein Dank geht an Andreas Huber für die Bilder und Informationen zurück