Thomas Heuschkel ist tot

Nachruf und Fotos von Günter Geyler


Nach langer, schwerer Krankheit verstarb im September 2009 der frühere Motorrad-Rennfahrer Thomas Heuschkel im Alter von 69 Jahren.

Der am 5. Oktober 1939 geborene Bitterfelder begeisterte sich vor allem für die Technik. Als 23-jähriger fand der gelernte Kraftfahrzeugschlosser den Weg zum Motorrennsport. Als Ausweisfahrer fuhr er vorerst eine 125er Viergang-MZ, die er sich aus Serienteilen aufgebaut hatte. Heuschkels Fahrstil fiel seinem späteren Freund Horst Fügner auf, der ihm eine Sechsgang-MZ RE vermittelte. Mit diesem Motorrad gewann Thomas 1965 die Junioren-Meisterschaft. Ab 1966 gelangen ihm mit seiner ständig weiter verbesserten MZ als Lizenzfahrer beachtliche Erfolge. Ein Jahr später erkämpfte Thomas Heuschkel gegen harte ostdeutsche Konkurrenz - Hartmut Bischoff, Klaus Enderlein, Friedhelm Kohlar, Jürgen Lenk – die DDR-Meisterschaft in der 125er Klasse. Schon bald gehörte der fahrerisch gereifte Bitterfelder mit seinem inzwischen selbst konstruierten und handgefertigten 125er Zweizylinder-Rennmotorrad - einer technischen Meisterleistung - zur DDR-Nationalmannschaft. Allerdings durften die DDR-Privatfahrer damals größtenteils nur in den blockfreien Staaten und bei den Rennen im Ostblock an den Start gehen. Seinen größten Erfolg errang Thomas Heuschkel 1970 beim Motorrad-Weltmeisterschaftslauf im finnischen Imatra: Nach einem dramatischen Kampf belegte er hinter dem 1969er Weltmeister Dave Simmonds (England) Platz zwei, noch 0,2 Sekunden vor seinem Landsmann Hartmut Bischoff.

Am 17. September 1972 bestritt Thomas auf der Naturrennstrecke in Frohburg sein letztes Rennen: Bei einem nicht von ihm verursachten Massensturz erlitt er einen komplizierten Beinbruch und musste schweren Herzens seine Rennfahrerlaufbahn beenden.

Danach betreute er einige seiner Motorsportfreunde, darunter auch den ungarischen Weltklassefahrer Janos Drapal. Thomas Heuschkel war ein ehrlicher, geradliniger Motorsportler, der rücksichtslose, egozentrische Fahrweise, heute im GP-Sport oftmals aktuell, grundsätzlich ablehnte. Als Mensch hatte er viele Freunde, die ihn nicht vergessen werden!


Thomas Heuschkel im Duell mit Eberhard Mahler und Hartmut Bischoff 1968 am Sachsenring (von links)

In voller Fahrt 1971 (Bild oben) und 1972 (Bild unten) am Sachsenring




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