Bill Lomas

England

08.03.1928 - 14.08.2007

Mit Bestürzung und tiefer Trauer habe ich vernommen, daß erneut einer der ganz Großen der goldenen fünfziger Jahre verstorben ist.
Lomas mit der Velocette Schon in seiner Schulzeit zeigte er großes Interesse an technichen Dingen. Nach Ende seiner Schulzeit nahm er ein Ingenieurstudium auf und vervollständigte seine Ausbildung bei der britischen Armee, wo er in das Ingenieurskorp eintrat.
Bereits mit 19 Jahren hatte er seine erste 250 cc Rennmaschine "gebastelt" und beteiligte sich damit erfolgreich an nationalen Rennen.
Als sein Markenzeichen konnte man seine Vielseitigkeit ansehen, denn er war bei Trialwettbewerben ebenso erfolgreich wie bei Straßenrennen (die TT auf der Isle of Man bezeichnete er als seine Lieblingsstrecke) und Kurzstreckenrennen. Dabei pilotierte er die kleinen 125 cc Ultralightweight - Maschinen ebenso gekonnt wie die schweren "Halbliterbrummer". Auf dem Foto oben rechts jagd er mit seiner AJS auf der Isle of Man Bray Hill hinab. Auf Grund seines fahrerischen Könnens war Bill Lomas in jenen Tagen eigentlich bei allen Lomas auf der NSU Werkteams im Gespräch und an dieser Stelle möchte ich bemerken, daß der Brite auf über 20 Fabrikaten fuhr und damit vielseitiger war, als je ein anderer Fahrer vor und nach ihm. Auf dem linken Foto sehen wir ihn als Werksfahrer von NSU, als er, in aussichtsreicher Position liegend, leider wegen technischer Probleme ausgefallen war.

Seine ganz große Zeit kam dann, als er sich mit der italienischen Marke Moto-Guzzi verband. Während dieser Jahre wurde er 2-facher Weltmeister in der 350 cc Klasse und errang 9 Grand Prix Siege. Damit war der Aufstieg in die Extra-Klasse endgültig vollzogen. Im rechten Bild Lomas im belgischen Spa sehen wir Bill Lomas im belgischen Spa - Francorchamps ganz innen im Duell mit seinem Guzzi - Teamgefährte Ken Kavanagh aus Australien und mit Hans Bartl auf der Dreizylinder Werks-DKW.

Leider endete seine Karriere 1957 nach einem Unfall. Damals war er gerade 29 Jahre alt. Sein wirtschaftliches Auskommen hatte er fortan als Motorradhändler.

Den älteren deutschen Rennsportfreunden ist vielleicht noch die Begebenheit 1955 beim 250 cc Grand Prix im holländischen Assen in Erinnerung. Bill Lomas tankte damals im Rennen der Viertelliterklasse zwischen und stellte dabei den Motor nicht ab. Wegen des nicht abgestellten Motors wurde er bei der FIM - Sitzung im Herbst nach Saisonende noch nachträglich disqualifiziert und diese Disqualifikation bescherte dem deutschen Hermann Paul Müller letztlich den Weltmeistertitel auf seiner Sportmax.
   
Bill Lomas mit Walter Zeller 1955 in Imola und als Gast auf der Solitude 2003
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