J a n o s D r a p a l

03.02.1948 - 11.08.1985

Ungarn - Hungary


Wie schnelllebig ist doch unsere Zeit geworden. Als 2005 im italienischen Mugello der Ungar Gabor Talmacsi seinen ersten Grand Prix gewann, kamen die Reporter von Eurosport mächtig in Verlegenheit. Vom ersten ungarischen GP-Sieger war da zu erst die Rede, bis dann doch der Name Drapal fiel. Die nächste Wissenslücke tauchte sofort danach auf, als es um die Zeit ging, wann Janos Drapal seinen ersten GP-Sieg für Ungarn erzielte. Um die Blamage ob der Unkenntnis nicht noch weiter ausufern zu lassen, machte man mehr oder weniger geschickt ein Wissensspiel für die Zuseher daraus, wann und wie viel Grand Prix  Janos Drapal denn nun gewonnen hat. Leider ist solche Unwissenheit bei Reportern und Journalisten zu einer typischen Zeiterscheinung geworden. Da versucht man bei den Zusehern mit der Schilderung "alberner Nebengeräusche" Eindruck zu schinden, anstatt entsprechendes Fachwissen an die jüngere Zuseher-Generation zu vermitteln, zumal es in dem speziellen Fall nicht um einen Nobody der GP-Szene ging, sondern um einen 4-fachen Grand Prix Sieger und sympathischen Sportsmann noch dazu.

Um die sportliche Klasse von Janos Drapal ins rechte Licht zu rücken, sollte man sich nicht an den zahlreichen Siegen in den damaligen Ostblockländern orientieren. Bei diesen Rennen, bei denen er praktisch als Seriensieger auftrat, waren zwar viele talentierte Fahrer am Start, alleine diesen Fahrern mangelte es am entsprechenden Maschinenmaterial, dass Janos Drapal durch seinen Armeesportklub zur Verfügung gestellt bekam.
Bei den Rennen zur Weltmeisterschaft konnte er da schon eher seine absolute Klasse unter Beweis stellen. So zum Beispiel bei seinem ersten GP-Sieg 1971 auf der absoluten "Mutstrecke" in Brno, als er in der Viertelliterklasse seinen zur internationalen Klasse zählenden Landsmann Laszlo Szabo auf dem zweiten Platz verweisen konnte und dieser seinerseits keinen Geringeren als Jarno Saarinen besiegte und der Finne damit auf dem dritten Platz einkam.

Bei seinem zweiten GP-Sieg 1972 in der Klasse bis 350 cc verkörperten die Besiegten die damals absolute internationale Klasse: Dieter Braun wurde in Rijeka - dort fand das genannte Rennen statt - hinter dem Ungarn Zweiter, Phil Read mit der Werks-MV Dritter und der Japaner Hideo Kanaya auf der Werks-Yamaha belegte den vierten Platz. Wenn das kein Beweis absoluter internationaler Klasse war...!!!
Im folgenden Jahr 1973 schaffte der Ungar sogar zwei Grand Prix Siege in der Klasse bis 350 cc, hatte aber leider auch zu viele Ausfälle, um in der Gesamtwertung dieser Klasse in den Titelkampf eingreifen zu können.
Auffällig in Drapal´s Karriere war seine Vielseitigkeit, startete er doch in allen Klassen von der Achtelliterklasse bis zur Halbliterklasse und das recht erfolgreich.

Als am 11. August 1985 über die Nachrichtenticker die Meldung aus Piestany/CS die Runde machte, dass der Ungar bei dem dortigen "Provinzrennen" tödlich verunglückt sei, hoffte man zu erst natürlich, dass es sich um eine Fehlmeldung handeln würde. Leider hat sich aber diese traurige Nachricht als wahr erwiesen. Es dauerte Wochen, Monate, ja sogar Jahre, bis die vielen Rennsportanhänger diese Meldung verdaut hatten. Fakt ist aber, die echten Rennsportfreunde werden den sympathischen Ungarn nie vergessen.....
03.10.2014 seine WM-Resultate zurück

WM-Rang Jahr Marke Klasse Platzierungen bei WM-Rennen
41 1969 Aermacchi 350 cc Jugoslawien 9.
52 1970 MZ 125 cc Italien 10.
23 1971 MZ 125 cc DDR 7.
9 1971 Yamaha 250 cc Österreich 5. - Deutschland 6. - CSSR 1.
16 1972 Yamaha 250 cc Österreich 9. - Jugoslawien 5. - DDR 4.
8 1972 Yamaha 350 cc Frankreich 5. - Österreich 5. - Jugoslawien 1. - Schweden 7. - Spanien 3.
9 1973 Yamaha 350 cc Österreich 1. - Jugoslawien 1.
30 1976 Yamaha 250 cc Jugoslawien 9.
27 1977 Morbidelli 125 cc Österreich 7.
23 1980 Morbidelli 125 cc CSSR 6.
25 1981 Morbidelli 125 cc Deutschland 7.

1971

1972

im Porträt 1972

1974 500cc

1977 250cc

1978 350cc

1979