Thomas/Schilling beim GP-Start 1982 in Brno 1982 Wer sich etwas mit der Geschichte des Rennsports befasst weiß um die Schwierigkeiten, zu möglichst exakten Ergebnissen zu kommen. Dieses Problem verstärkt sich noch wenn es um die Seitenwagen geht, speziell um die Beifahrer. Zur Erläuterung deshalb diese kleine Geschichte. Vielleicht schaut jetzt dieser oder jener Interessent die Sache und mögliche kleine Fehler mit etwas anderen Augen an.

Der Christian war´s....

Alles fing damit an, daß ich beim Blick in meine Aufzeichnungen bei dem französischen Sidecarfahrer Patrick Thomas einen französischen Beifahrer, Jean-Marc Fresc, zugeordnet hatte. So jedenfalls war das ausgewiesen im Rennprogramm. In den offiziellen Ergebnissen war aber Schilling aufgeführt, leider weder beim Fahrer noch beim Beifahrer mit Nennung des Vornamens.

Diese Praxis gehörte leider zum Standard der Medien, respektive der schreibenden Zunft. Es gab viele Zeitschriften, die hatten nichtmal in den Ergebnissen den Beifahrer mit aufgeführt, manchmal nur im Text erwähnt. Das aber nur nebenbei in meiner ungewöhnlichen Geschichte.

Auf der Suche, meine Beifahrerstatistik möglichst genau zu führen, sprach ich zu erst natürlich mit Bekannten und Freunden. Nur einer davon hatte den Name in Verbindung mit Gespannsport schon gehört. Geht man davon aus das Presseergebnisse erst einmal richtig sind, durfte ich den Beifahrername Schilling also als korrekt ansehen. Aber der Vorname...? Eine Adresse vom Fahrer, der es ja hätte wissen müssen wie der Vorname war, fand ich zwar, die war aber 30 Jahre alt. In dem Fall hätte ich sogar mit ein wenig Mühe schreiben können, denn ich weiß, Patrick Thomas ist der englischen Sprache mächtig und mit einem Wörterbuch bringe ich auch ein kleines "Briefchen" zusammen. "Nun gut", so mein Gedankengang, "blieb mir als letztes Mittel die Briefmöglichkeit immer noch".

Also was nun weiter. Vielleicht wäre es ja das Beste, bei Fahrern mit den Nachforschungen anzufangen, die seinerzeit im gleichen Rennen gefahren waren wie der Franzose mit seinem deutschen Beifahrer. Immerhin war dieses Gespann ja Sechster geworden. Als erstes bemühte ich Alain Michel um eine Auskunft. Er war Sieger des Rennens und der Fahrer, um den es hier ging, war schließlich ja auch ein Franzose. Also bemühte ich den französisch sprachigen Schweizer Claude Lambert, von dem ich wusste, er hat einen "guten Draht" zu Alain Michel. In nichtmal einer Stunde war die Antwort da, aber leider nicht korrekt. Michel nannte als Beifahrer Fresc, also so wie er im Programm stand. Nächster Anlauf also. Als nächstes "Opfer" hatte ich Eckart Rösinger im Visier. Auch er war in dem Rennen gestartet. Aber leider auch da Fehlanzeige. Michael Burkard, als Beifahrer von Michel mit auf dem Siegertreppchen, "erwischte" ich bei Schweißarbeiten. Ein freundlicher Mitarbeiter von seinem Motorrad-Geschäft notierte sich meine Telefonnummer und Herr Burkhard rief mich etwas später an. Allerdings konnte er mir leider auch nicht helfen. Also weiterermitteln war angesagt. Jetzt versuchte ich es, erneut per Telefon, bei einem französischen Schweizer, bei Gerard Corbaz. Er war ja auch beim genannten Rennen am Start. Eine Frau war am Telefon, die aber kein deutsch sprach. Ich verstand immer nur Arbeit und konnte davon ausgehen, Gerard Corbaz war noch auf Arbeit. Mit einem "Pardon", zu mehr reicht mein Wortschatz in dieser Sprache nicht, beendete ich das Gespräch. Thomas/Schilling in voller Fahrt 1982 in Brno 1982

Die Ermittlungsarbeit mußte also am nächsten Tag weitergehen. Da sage mal einer, Rentner haben immer Zeit. Das Gegenteil ist der Fall. Am nächsten Tag also ein Anruf beim Zweitplatzierten besagten Rennens Werner Schwärzel. Er konnte leider auch nicht helfen. Er machte mir aber die Hoffnung, dass sein langjähriger Partner Andreas Huber eventuell helfen könnte. Jener hat, laut Werner Schwärzel, in solchen Fragen eine tolle Erinnerung und er würde ihn ohnehin treffen und bei dieser Gelegenheit fragen. Um es vorweg zu nehmen, auch Andreas Huber konnte nicht helfen. Zwischendurch hatte ich noch mit Rainer Gundel telefoniert. Rainer hatte zwar 1980 seine Laufbahn beendet, aber wer weiß... Leider zerschlug sich auch diese Hoffnung. Jetzt stellte sich mir natürlich die Frage, die "Ermittlungsarbeit" einzustellen. Das würde aber aufgeben bedeuten und das wollte ich nicht, der Ehrgeiz ließ das nicht zu.

Ein nächster Versuch also. Diesmal bei Rolf Steinhausen. Er war ja damals zwei Plätze vor Patrick Thomas platziert und konnte sich vielleicht an dessen deutschen Beifahrer erinnern. Leider aber auch da: Fehlanzeige. Ein weiterer Versuch über Lorenzo Puzo brachte das Ergebniss, dass Siegfried Schauzu einmal einen Beifahrer hatte, zur Aushilfe und möglicherweise von Beruf Versicherungsvertreter. Ein Blick in einige Programme aus den Vorjahren und tatsächlich hatte Siegfried Schauzu 1981 einen Beifahrer, wahrscheinlich nur für ein Rennen, mit Name Schilling. Neue Hoffnung also. Das Telefon abkühlen lassen und Siegfried Schauzu zu bemühen war jetzt angesagt. Wow, es war wie ein Wunder, Herr Schauzu konnte sich an eine "Aushilfe" erinnern, zwar nicht genau an dessen Familienname, aber sein Vorname war Christian. Da ich ja zwischendurch auch noch recherchiert hatte, deckte sich das mit den Anfangsbuchstaben, die ich in einem Programm bei Schilling gefunden hatte, nämlich Ch. Volltreffer also.

An dieser Stelle möchte ich mich bei allen angesprochenen Fahrern ganz herzlich bedanken, die für meine "Verrückheit" Verständnis aufbrachten und ausnahmslos freundlich zu mir waren. Vielleicht verstehen ja auch manche Besucher meiner Seite jetzt besser, wie viel Aufwand manchmal notwendig ist und sich hier und da tatsächlich auch mal ein Fehler einschleichen kann. Über jede diesbezügliche E-Mail oder telefonischen Hinweis wäre ich sehr dankbar. Zwar versucht man immer möglichst genau zu sein, aber unfehlbar ist wohl keiner. Sollte mir Jemand mehr über Herrn Schilling mitteilen können, würde ich mich freuen, danke. Möglicherweise ist er im Großraum Bamberg zu hause...


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