Heinz Rosner

* 14. 01. 1939




Heinz Rosner 1968 am Sachsenring (Foto oben)
Viele frühere Rennfahrer der Jahrgänge etwa ab 1910 beklagten sich oft das der zweite Weltkrieg sie um die besten Jahre ihrer rennsportlichen Karriere gebracht hat. Das ist schon deshalb richtig, da man in jener Zeit oft erst als 20-jähriger und älter ins Renngeschehen eingestiegen war. Eine ähnliche Situation stellte sich für die Burschen der Geburtsjahre ab etwa 1935 dar. Da allerdings war nicht der "heiße" sondern der "kalte" Krieg die Ursache fehlender Karrieremöglichkeiten. Betroffen davon waren die Burschen aus dem Osten, soll heißen der damals russisch besetzten Zone, auch DDR genannt.

Und genau in einer solchen begann, neben vielen anderen Talenten, ein junger Mann aus dem erzgebirgischen Hundshübel seine Karriere. Sein Brot verdiente er sich bei der Wismut, einer SDAG (Sowjetisch-Deutsche-Aktien-Gesellschaft), was zumindest den Vorteil einer besseren Entlohnung gegenüber anderen Arbeitern hatte, aber auch den Nachteil erhöhter gesundheitlicher Gefährdung. Wie spätere Untersuchungen ergaben war die Lebenserwartung der Menschen dieser Region durch den Uranerzabbau eine weitaus niedrigere als bei Menschen in anderen Landesteilen.

Doch zurück zu Rosner´s Karriere. Durch seinen Einsatz und natürlich auch seine Ergebnisse war man beim MZ - Werksrennstall auf Heinz Rosner aufmerksam geworden. Lockere Verbindungen mit den Verantwortlichen in Zschopau wurden geknüpft. Es sah relativ günstig aus für den Hundshübeler. Allerdings hatten auch einige andere Fahrer ein Auge auf zumindest ehemalige Technik aus Zschopau geworfen, die über Motorsportklubs an die Fahrer weitergereicht wurden. Heute würde man vielleicht Semi-Werksfahrer zu einer solchen Ausgangslage sagen, seinerzeit nannte man es Klubfahrer.

Inzwischen hatte sich durch den Mauerbau eine komplett neue Situation ergeben. Die NATO hinderte (vorerst) Ost - Sportler an der Einreise in diese Länder, Starts waren nur noch in nicht der NATO angehörenden Ländern möglich. Dies ergab auch für MZ eine neue Situation. Wollte man sich an der WM beteiligen mußte man einen ausländischen Fahrer verpflichten, in dem Fall war es der Engländer Shepherd, der später, nach dessen geplanten Wechsel zu Honda, durch seinen Landsmann Woodman ersetzt wurde. Das bedeutete aber auch, daß ein begehrter Platz weniger im Werksteam zur Verfügung stand. Rosner hatte in dem Fall sehr schlechte Karten, da noch immer Petruschke der sportliche Leiter bei MZ war und beide "konnten einfach nicht miteinander". Allerdings konnten auch viele Andere nicht mit Petruschke und keiner war böse darüber das er 1963 MZ verließ und durch den ehrenwerten Horst Fügner ersetzt wurde. Besagter Petruschke, vor dem Krieg Werksfahrer bei DKW, setzte zumindest ein Parteibuch, wenn möglich "in doppelter Stärke", für einen Einsatz im Werksteam voraus. Zuerst hatte man drei "Ostfahrer" in verschieden Klassen verpflichtet, was sich aus wirtschaftlichen Erwägungen heraus später noch auf zwei reduzieren sollte. Leider gab es auch intern bei MZ einige Grabenkämpfe um die Positionen als Werksfahrer. Allerdings verstand man es in Zschopau geschickt, davon nichts an die Außenwelt dringen zu lassen.Fakt ist, bei allen Überlegungen das Werksteam betreffend (ausgenommen die Ära Petruschke) war immer Heinz Rosner dabei. Das spricht erst einmal für dessen Qualitäten als Fahrer. Über das weitere drumherum in diesen Tagen kann eigentlich nur spekuliert werden, denn Zeitzeugen gibt es kaum noch. Selbst Mechaniker waren ja mit in diesem Theater verwickelt.

Kurz und gut, oder auch weniger gut, echte Titelchancen bestanden eigentlich zu kaum einer Zeit für den Mann aus Hundshübel. Das es allerdings auch nie für einen Grand Prix Sieg reichte lag einfach an kleineren technischen Pannen. Als sich 1969 durch den Rückzug der überlegenen Yamahas (Honda hatte das schon im Jahr vorher getan) die Situation sogar für einen Titelgewinn ergab, konnte man diese bei den MZ - Leuten nicht nutzen. Nach vielen offenbar Materialfehlern fehlte es Heinz Rosner wohl an der notwendigen Motivation und dem Werk an nötigen Devisen, um die Materialfehler abzustellen. Als seinen Nachfolger empfahl Heinz Rosner den ehrgeizigen Gunter Bartusch. Leider mußte dieser 1971 seinen Einsatz mit dem Leben bezahlen, weshalb sich Heinz Rosner ziemliche Vorwürfe machte. Das die Zschopauer eigentlich noch 1971 konkurrenzfähig waren zeigen die 3 Grand Prix Siege der Herren Silvio Grassetti und Peter Williams... Um jedwede Spekulationen über das Zustandekommen des MZ - Teams in den Sechzigern zu vermeiden, habe ich es bewusst vermieden, in Frage kommende Namen für irgendwelche Entscheidungen zu nennen. Ausdrücklich möchte ich aber betonen, daß sowohl Walter Kaaden als auch Horst Fügner als absolut untadelig anzusehen waren, natürlich meinem Kenntnisstand entsprechend.

MZ und MuZ Fahrer mit WM-Punkten

Heinz Rosner betreffend betrieb dieser nach seiner Rennfahrerlaufbahn sehr erfolgreich ein Taxiunternehmen, zu dem sich später noch ein Fuhrunternehmen gesellte.

Heute ist Heinz Rosner noch immer bei vielen Veteranen - Rennen aktiv, wobei der "Veteran" noch ganz schön am Gasgriff dreht.

Herzlichen Dank an Manfred Woll, Günter Geyler Franisek Feigl und FBi für die Infos und Fotos






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