Franz Dieter Linnarz

Deutschland


Von einer relativ kurzen, aber stetig nach oben - kein Wunder bei dem Beruf - gehenden Karriere soll hier die Rede sein. Ich spreche von einem Dachdeckermeister aus Lüdenscheid, Franz Dieter Linnarz.
Begonnen hat er mit dem Rennsport, im Gegensatz zu vielen Rennfahrerkollegen, sofort in der Seitenwagenklasse. Von dem aus Adenau stammenden Ex-Rennfahrer Toni Schmitz erwarb er ein für damalige Verhältnisse modernes "Kneeler" - Gespann mit Links-Seitenwagen und BMW-RS Motor. Als Beifahrer fungierte Hans-Richard Hohoff. Bereits beim vierten Start gab es schon den ersten Sieg.
1967 gewann dann der Mann aus Lüdenscheid überlegen den deutschen Junioren - Meistertitel, denn von 9 Rennen konnte er 6 gewinnen und sich bei den drei weiteren Rennen jeweils auf dem Siegerpodest klassieren.
1968 erhielt er dann die nationale Lizenz und bereits ein Jahr später hielt er die internationale Lizenz in den Händen. Da Franz Linnarz bereits 1967 vom vierfachen Seitenwagen - Weltmeister dessen Gespann erworben hatte und nunmehr 3 BMW-RS Kurzhubmotoren sein eigen nannte, konnte die Saison 1969 kommen. Für die Vorbereitung der Motoren sorgte Gustl Lachermeier, ein BMW - Urgestein. Wie sich später herausstellen sollte, war 1969 eine sehr erfolgreiche Saison, die hoffen ließ, leider aber mit tragischen Ausgang.
Neben zahlreichen exzellenten Resultaten bei internationalen Rennen (im Foto oben ein vierter Rang mit seinem Beifahrer Rudolf Kühnemund beim Eifelrennen auf dem Nürburgring) war die Weltmeisterschaftsrunde natürlich für Franz Dieter Linnarz das Maß aller Dinge und diese Dinge liefen ausgezeichnet. Man darf nicht vergessen, es war das erste Rennjahr mit internationaler Lizenz. Ein zweiter Platz beim deutschen Weltmeisterschaftslauf auf dem Hockenheimring - wenn das kein guter Start in die WM - Saison war...!!! Auch der 5. Platz auf der Isle of Man (Foto unten-63, am Start mit dem Schweizer Claude Lambert) war für einen WM - Neuling schon fast als Sensation zu bezeichnen. Fast wäre im finnischen Imatra noch ein weiterer zweiter Platz hinzu gekommen, aber in der letzten Runde brach der Rahmen, an zweiter Stelle liegend. Dafür reichte es beim letzten WM - Rennen beim Ulster Grand Prix erneut für einen Podestplatz: Linnarz / Kühnemund wurden ausgezeichnete Dritte und beendeten ihre erste (leider auch letzte) WM - Saison als Gesamt-Vierter.
Im August kam dann das tragische Bergrennen in der Schweiz, von Ollon nach Villars. Auf einem kurzen Geradeaus-Stück brach die Hinterradschwinge, was zu einem Unfall führte. Dabei wurde leider Beifahrer Rudolf Kühnemund so schwer verletzt, daß er drei Tage später im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen ist. Eine vielversprechende Karriere hatte leider ein tragisches Ende genommen.
Das war das letzte Rennen von Franz Dieter Linnarz aus Lüdenscheid. Er übernahm dann das elterliche Dachdeckergeschäft, in dem er bis zum heutigen Tag noch immer tätig ist.



oben links: mit ersten Beifahrer Hans-Richard Hohoff - 1967 Deutscher Juniorenmeister
mitte links: Assen GP 1969
unten links: Isle of Man TT 1969
oben: Nürburgring-Hatzenbach vorn vor Arsenius Butscher, Tony Wakefield (GB), Siegfried Schauzu, Heinz Luthringshauser und ganz oben am Bildrand "Pip" Harris (GB)

Franz Dieter Linnarz WM-Ergebnisse
Rang Jahr BeifahrernameBeifahrervorname Land Marke Resultate
4 1969 KühnemundRudolf D BMW D 2 - F 4 - TT 5 - NL 5 - B 4 - UL 3

Dachdecker Linnarz in Lüdenscheid zurück