Es "Hubert" in der deutschen Rennsportszene

Wenn Sie den Name Huber lesen wird es Ihnen vermutlich so gehen wie mir und Sie verbinden den Name sofort mit allen Facetten des Motorradrennsports. Erstmals tauchte in meinem Gedächtnis der Name Alois Huber auf. Der BMW-Fahrer aus Traunstein erwarb sich einen guten Ruf in der 500 ccm Soloklasse und galt in den fünfziger Jahren als einer der besten Privatfahrer.

Dem Traunsteiner "Loisl" (das ist die bayrische Koseform von Alois) folgte mitte der sechziger Jahre Fred (Alfred) Huber als Gespannfahrer. In seinem Gespann hatte ein weiterer Huber Platz gefunden, nämlich sein Bruder Sepp (Josef), der ein Jahrzehnt später als Beifahrer von Rolf Steinhausen zu zwei Weltmeistertiteln kam. Die beiden Huber-Brüder stammen aus Waging am See, nicht sehr weit weg von der Heimat des zu erst erwähnten Alois Huber.

Zwischen 1969 und 1973 sorgte dann ein weiterer Huber, nämlich Klaus Huber, in der Viertelliterklasse der Motorradweltmeisterschaft für Aufsehen. Gesamt drei Podestplätze, jeweils beim GP von Deutschland erzielt, sprechen eine deutliche Sprache für seine rennsportlichen Qualitäten. Er verunglückte leider im November 1977 bei einem Verkehrsunfall tödlich.

Als der Beifahrer von Werner Schwärzel, Karl-Heinz Kleis (leider inzwischen verstorben) zu Ende der Saison 1974 Abschied vom Rennsport nahm, war die Zeit eines weiteren Hubers gekommen, nämlich Andreas Huber. Er und Werner Schwärzel betrieben zehn Jahre zusammen Rennsport, mit dem WM-Titel 1982 als Krönung der Zusammenarbeit.
Bereits 1973 hatte sich ebenfalls ein Huber mit dem Rennsport beschäftigt und zwar der Bruder von Andreas Huber, nämlich

Hermann Huber

HermannHermann Huber war 1973 in den Gespannsport eingestiegen und erstaunlicherweise erst gegen Ende der Saison, als gerade noch 3 Rennen im Kampf um die Juniorenmeisterschaft zu fahren waren. Ein vierter und ein fünfter Platz bei seinen ersten drei Rennen gaben ihm den erforderlichen Mut, sich in den folgenden Jahren weiter mit den "Dreirädern" zu beschäftigen. Wenn also die sportliche Seite ihm Anlaß gaben, seine Karriere zu forcieren, so standen dem gegenüber die damals fehlende Unterstützung seitens von Sponsoren, die übrigens bis in die heutige Zeit hinein reicht. Wenn es in jenen Tagen nicht vorzeigenswerte Erfolge durch Enders, Schwärzel und Steinhausen gegeben hätte, die Seitenwagenszene in Deutschland wäre wohl kollapiert. Aber diese Situation konnte den Idealisten Hermann Huber, wie viele andere auch, nicht davon abhalten, ihren geliebten Seitenwagenrennsport weiter zu betreiben. Im Foto oben sehen wir Hermann Huber mit Norbert Scheerer als Passagier, welchen es nach Ende der Saison 1977 und der Erringung des 2. Platzes in der Deutschen Meisterschaft, nach den USA "verschlagen" hat.

Bereits im Jahr vorher hatte es für Hermann Huber ein erstes Highlight in seiner Karriere gegeben, als er, mit Hans Seib im "Boot", beim Grand Prix von Deutschland einen exzellenten 6. Platz belegt hatte. Hermann Nachdem sich 1977 eine weitere Schwierigkeit in der Laufbahn von Hermann Huber auftat, nämlich die erforderlichen Startplätze fü Grand Prix Rennen zu bekommen, half ihm der bereits erwänte Deutsche Vizemeistertitel des Jahres 1977 in dieser Hinsicht und mit Blickrichtung 1978 doch erheblich. Nachdem für 1978 Norbert Scheerer als Passagier nicht mehr zur Verfügung stand, verpflichtete Hermann Huber Bernd Schappacher als dessen Nachfolger. Das Ergebnis der Saison 1978 konnte sich durchaus sehen lassen. Ein 8. Platz beim GP von Österreich und sogar ein 6. Platz beim Deutschen GP waren das Resultat zielgerichteter Arbeit bei den WM-Rennen. Praktisch als "Zubrot" sprang dann noch der Deutsche Vizemeistertitel für 1978 heraus. Die 79er Saison konnte also kommen.
HermannDie Gesichter der beiden Starter (links Hermann Huber, rechts Bernd Schappacher) in der Sidecar-WM drücken für das Jahr 1979 durchaus Zuversicht aus. Ausgestattet mit einem neuen "Krauser - Gespann" gab es beim Großen Preis von Österreich gleich einen tollen vierten Platz im Feld der Weltelite. Auch der 6. Rang beim Deutschen GP fällt in die Kategorie Weltspitze. Als man dann in Holland, Belgien und England erneut in den Punkterängen landete, konnte man am Saisonende als WM - Achter durchaus zufrieden sein. Einen Wermutstropfen sollte es aber doch noch geben. Für Bernd Schappacher ging die berufliche Existenz vor und er erklärte zum Saisonende seinen Rücktritt vom Rennsport. Es musste also für 1980 ein neuer Beifahrer her.
Hermann Mit dem erfahrenen Rainer Gundel gelang Hermann Huber wohl ein Glücksgriff. Dafür haperte es aber, nicht nur einmal, an der Zuverlässigkeit des LCR - Gespanns, welches eigentlich für weiteren Aufwind in der WM sorgen sollte. Kurz und gut, oder besser "nicht gut", war dann auch das Fazit zum Saisonende - ein 10. Platz im damaligen Jugoslawien war nun nicht gerade das, was sich Huber / Gundel für 1980 erhofft hatten. Ein kleines Trostpflaster gab es aber doch noch: für Hermann Huber gab es erneut den Vizemeistertitel in der Deutschen Meisterschaft, immerhin der dritte Titel dieser Qualität. Auf dem obigen Foto sehen wir Hermann Huber mit Rainer Gundel beim Grand Prix in Brno, sogar vor dem Weltmeistergespann Biland / Waltisperg aus der Schweiz. Leider stammt die Aufnahme nur aus dem Training.
Wegen der nicht berauschenden WM - Saison 1980 griffen erneut die Mechanismen dieses Sports: keine vorzeigbaren WM - Resultate, keine Startzusagen. So war in Sachen Rennsport 1981 eher ein trübes Jahr für Hermann Huber. Nachdem mit Herman Bäsler und Wolfgang Möckel für 1982, respektive 1983, jeweils neue Passagiere gefunden wurden und auch durchaus respektable Ergebnisse erzielt worden waren (siehe seine WM - Platzierungen unten), entschloss sich Hermann Huber sein "Leder an den berühmten Nagel zu hängen. Eine durchaus erfolgreiche Rennsportkarriere hatte ihr Ende gefunden.

Hermann Huber´s Weltmeisterschafts-Resultate

WM-Rang Jahr BeifahrernameBeifahrervorname Marke Resultate
22 1976 SeibHans König D 6
15 1978 SchappacherBernd König A 8 - D 6
8 1979 SchappacherBernd Krauser A 4 - D 6 - NL 7 - B 8 - GB 9
23 1980 GundelRainer LCR YU 10
17 1982 BäslerHermann Yamaha A 7 - D 7
12 1983 MöckelWolfgang LCR F 5 - D 6


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