RUDOLF THALHAMMER (Österreich) ist 80
Einer der bekanntesten und beliebtesten österreichischen Motorradrennfahrer, Rudolf Thalhammer, wurde am 1.Februar 1935 in der Nähe von Salzburg geboren und feiert demzufolge am gleichen Tag des laufenden Jahres 2015 seinen 80.Geburtstag . Wir wünschen ihm noch viele, viele Jahre bei bester Gesundheit.
Rudi ist trotz einer ganzen Reihe von Schicksalsschlägen und zum Teil schwerer Rennunfälle immer noch dynamisch und beeindruckt durch eine Vitalität, um den ihn eine Vielzahl seiner Altersgenossen beneiden dürfte.
Der Österreicher gehörte bereits in den späten 50ern zu den guten Privatfahrern. Mit seiner NSU-Sportmax absolvierte er 1957 auf dem Sachsenring sein erstes internationales Rennen, in dem er leider ausfiel. Permanente Starts hinter dem “Eisernen Vorhang” waren dann fester Bestandteil seiner Saisonplanungen.
Das erste “Rendezvous” mit der englischen T.T. auf der Isle of Man erfolgte 1959. Der auf einer NSU-Sportmax erzielte 6.Platz in der 250 ccm Klasse zählt zweifelsohne zu den sehr guten Resultaten eines “Newcomers” auf diesem schwierigen Kurs.
Eine Kuriosität der damaligen Zeit stellt sein Sieg mit der 250-ccm-NSU-Sportmax beim Eifelrennen auf dem Nürburgring 1959 dar. Hans Fischer, von MZ als Sieger “vorbestimmt”, bekam in der letzten Runde Ärger mit seiner Kupplung. Walter Brehme, in Führung liegend und davon nichts ahnend , wollte der Stallorder Genüge leisten und ließ seinen “Stallgefährten” in der letzten Links-Kurve vor dem Ziel passieren - wider Erwarten war das aber aufgrund der Fischer´schen Probleme Rudi Thalhammer. Es war sein erster internationaler Sieg. Auch der 3.Platz im Jahr 1960 am Sachsenring mit einer 350 ccm-Norton gehört zu seinen besten Platzierungen , wobei nur John Hempleman und Jim Redman vor ihm das Ziel erreichten .
Rudi rückte in die Elite der Privatfahrer auf. Die 350-ccm-WM-Läufe 1961 in Hockenheim und im schwedischen Kristianstad brachten 3. bzw. 4. Plätze. Dabei ließ er solche Könner wie Frank Perris, Ralph Rensen, Ron Langston und Mike Duff hinter sich. Seine Norton, die ihn am Sachsenring leider bereits in der ersten Runde im Stich gelassen hatte, war mit dem von Landsmann Michael Schafsleitner entwickelten 6-Gang-Getriebe ausgerüstet, für damalige Verhältnisse eine technische Besonderheit. Diesem fehlte es aber offensichtlich noch an Zuverlässigkeit, so dass den zwei genannten Spitzenrängen eine zu hohe Zahl an Ausfällen entgegenstand. Den 6. Schlussrang der WM teilte er sich mit dem Iren Ralph Rensen.
So hoffnungsvoll das Jahr 1962 mit einem Kopf-an-Kopf-Zieleinlauf mit Mike Duff beim Eifelrennen begann (2.Platz), so brüsk wurde durch einen sehr schweren Unfall während des freien Trainings zur Isle-Of-Man-T.T. nicht nur die Saison beendet, sondern letztendlich auch die Karriere des damals gerade 27-Jährigen unterbrochen. In dem Bestreben, jede Möglichkeit zum noch besseren Kennen lernen des Mountain Circuits zu nutzen, kollidierte Rudi am frühen Morgen bei nichtabgesperrter Straße mit dem Castrol-Servicefahrzeug. Schwerste Verletzungen, so komplizierte Brüche beider Beine, fesselten ihn lange Zeit an das Krankenbett. Aber Rudi wäre nicht Rudi, wenn er danach dem Rennsport entsagt hätte. 1965 wurde er nochmals Österreichischer Staatsmeister mit einer 350er Jawa, gewann u.a. in Tubbergen und Le Mans und holte mit einer Werks-CZ am Salzburgring 1966 den dritten Platz. Ein weiterer schwerer Sturz im gleichen Jahr in Jicin - er brach sich dabei das Becken - stellte einen erneuten Rückschlag dar. 1968 kam er nochmals - nun als verheirateter Mann - mit 2 Aermacchis zum Sachsenring , aber nach einem erneuten schweren Sturz zu Beginn der Saison 1969 in Salzburg (Oberschenkelbruch) hing er den Helm endgültig an den Nagel, zumal sich mit der Familie und dem kleinen Sohn Rudi auch andere Verpflichtungen ergeben hatten.

In größeren zeitlichen Abständen traf sich der Autor mit dem Mann wieder, den er 1960 und 1961 am Sachsenring betreut hatte. So 1986 zur Verabschiedung des alten Masaryk-Ringes, 1997 zu “70 Jahre Sachsenring”, während des “Centennial Classic GP” in Assen 1998 und zuletzt im Juli 2004 zu den Feierlichkeiten anlässlich der 50.Wiederkehr des Weltmeistertitels von Rupert Hollaus im niederösterreichischen Traisen. Und es werden noch einige Treffen folgen, da bin ich mir sicher !

Rudi, zweiter von links, als Fackelträger für die Olympischen Winterspiele in Turin
Autor: Frank Bischoff zurück