Masato Kumano

*15. 04. 1948


Japans erster Sidecarfahrer in der Weltspitze


© Bilder: FBi
 
Wie viele Jugendliche in seiner japanischen Heimat interessierte sich Masato Kumano auch für den Motorsport,speziell auf zwei Rädern. Eigentlich nicht verwunderlich, denn das war in jener Zeit, als sich die japanische Zweiradindustrie, allen voran Honda, anschickte, über sportliche Erfolge auf den europäischen Markt vorzudringen respektive diesen wieder durch interessante Produkte zu beleben. Neben einheimischen Spitzenfahrern wie Kunimitsu Takahashi oder Mitsuo Itoh bediente man sich dabei vorwiegend erfolgversprechender Piloten aus Europa (Luigi Taveri) oder die in Europa ihr Domizil aufgeschlagen hatten (Phillis, Redman). So dauerte es bis 1977, ehe erstmals ein Japaner (eigentlich gebürtiger Koreaner) Motorradweltmeister wurde.

Es war etwa in jener Zeit, nämlich 1976, als sich der nicht mehr ganz junge Kumano aufmachte, um den Rennsport und Europa kennen zu lernen. Immerhin hatte er sich schon als Jugendlicher in seiner Heimat mit dem Rennsport befasst und sich an diversen Rennen beteiligt. Seine Renneinsätze erfolgten überwiegend in den kleinen Klassen von 50 und 125 cc und selten auch in der 250 cc Klasse. Dabei beteiligte er sich auch bei Rennen um die japanische Meisterschaft.

Nachdem er realisiert hatte, daß es ohne Werksunterstüzung und in seinem Alter wohl doch schon etwas spät sei für eine Solofahrerkarriere wandte er sich den 'Dreirädrigen' zu, die ihn ja auch faszinierten. Sein technisches Geschick und seine fahrerischen Qualitäten brachten ihn in relativ kurzer Zeit in die Weltspitze.

Dies geschah zu einer Zeit, als die Namen von Rolf Steinhausen, Rolf Biland, Werner Schwärzel und Bruno Holzer bereits in aller Munde waren. Letztgenanntes Schweizer Gespannpaar Holzer - Meierhans errangen 1979 in der nur in diesem Jahr zweigeteilten Weltmeisterschaft bei den Sidecars den Titel, während Masato Kumano mit seinem Landsmann Isao Arifuku in ihrer ersten WM - Saison den dritten WM - Schlußrang belegten.

Nach der Saison 1979 verabschiedete sich sein Landsmann Arifuku ins heimatliche Japan und auf der Suche nach einem neuen Passagier wurde er bei Georg Buchner fündig, der ihn durch das Jahr 1980 begleitete. Nur in Silverstone war Georg Buchner verhindert und an seine Stelle trat der Engländer Neil Oxley. Zwar war das Jahr 1980 und folgende nicht mehr so erfolgreich wie der Jahrgang 1979, aber man darf dabei nicht den Aufwand übersehen, den Biland und Co. betrieben, um sich jeweils die Weltspitze zu sichern. Kumano´s "Preisklasse" war eher im Bereich Trevor Ireson oder Mick Boddice anzusiedeln. Das waren in der Weltmeisterschaft die Plätze zwischen fünf und zehn und diesen Anspruch wurde er immer gerecht (siehe rechtes Bild mit der Nummer 24, vor Mick Boddice 1981).

Auffällig war, daß ab 1981 seine Beifahrer (Kunio Takeshima, Helmut Diehl und der Schweizer Markus Fahrni) jeweils drei Jahre blieben. Nur Eckard Rösinger war für zwei Jahre sein Beifahrer - es waren die letzten beiden Jahre von Masato´s Karriere.

Während seiner gesamten Karriere war Masato Kumano der Exot der Seitenwagenklasse. Das änderte sich erst, als sein japanischer Landsmann Yoshi Kumagaya sich ebenfalls der Dreiradklasse verschrieben hatte. Das war dann im Jahr 1986. So ganz nebenbei hatte es der Mister aus Japan noch zu zwei Deutschen Meistertiteln gebracht, sowohl mit Markus Fahrni als auch mit Eckard Rösinger.

Nach der Saison 1991 hielt Masato Kumano, inzwischen mit einer deutschen Frau verheiratet, die Zeit für gekommen, seine Karriere zu beenden und die Zeit mehr mit seinem Geschäft zu verbringen, in dem er noch heute tätig ist. Bleibt zum Schluß dieses kleinen Berichts nur die Feststellung, daß der Japaner mit seinen Fahrten den Freunden des Seitenwagensports viel Freude bereitet hat.

1987 mit Markus Fahrni 2010 - mit Dr.Elisat, Freund der Sidecarszene - 1982 mit Kunio Takeshima (oben von links)
mit Hugh Anderson im Gedankenaustausch - 1982 mit Kunio Takeshima in Brno
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